Stuttgart 21

Am 30. September 2010 räumte die Polizei unter massivem Einsatz von Schlagstöcken, Pfefferspray und Wasserwerfern gewaltsam den Stuttgarter Schlossgarten, in dem mehrere tausend Menschen gegen das Großbauprojekt der Bahn „Stuttgart21“ demonstrierten. Bei diesem Einsatz wurden mehr als 400 Personen durch die Polizei verletzt, darunter viele Minderjährige. Dietrich Wagner traf ein Wasserwerferstrahl frontal in die Augen. Dabei wurde er so schwer verletzt, dass er fast vollständig erblindete. Der Polizeieinsatz führte zu 380 Strafanzeigen gegen PolizistInnen, von denen 19 zu einem Ermittlungsverfahren führten.
http://www.kopfbahnhof-21.de/

Presse:
“Immer mehr Menschen strömen in den Schlosspark neben dem Bahnhof, einige Tausende haben sich versammelt, versperren Zugangswege, Schüler besetzen einen Polizei-LKW voller Absperrgitter. Sie werden mit Pfefferspray von den Einsatzkräften in schwarzer Montur vertrieben, was sofort große Empörung bei den Umstehenden auslöst. „Jetzt gehen die auf Kinder los, das ist ja unfassbar“, empört sich ein älteres Ehepaar lautstark.“

http://www.sueddeutsche.de/politik/stuttgart-eskalation-der-gewalt-das-habe-ich-seit-nicht-erlebt-1.1006844
“Der Konflikt um den Bahnhofs-Neubau Stuttgart 21 eskaliert: Die Polizei setzt im Schlossgarten Wasserwerfer und Pfefferspray gegen Demonstranten ein. Hunderte werden verletzt, darunter auch Kinder. Die Aktivisten wollen Bäume retten, die dem Bauprojekt weichen sollen. Jetzt beschäftigt die Gewalt auch den Bundestag.

In der Idylle des Schlossgartens eskaliert der Streit um Stuttgart 21: Tausende sind dem Ruf der Gegner gefolgt und protestieren gegen das Milliarden-Bahnprojekt Stuttgart 21. Bei einer Schülerdemonstration am Nachmittag kommt es zur Eskalation und zu Gewalt gegen Demonstranten. Die Zusammenstöße beschäftigen nun auch den Bundestag.

Mit einem Großaufgebot hat die Polizei zuvor begonnen, einen Teil des Schlossgartens abzusperren. Dort sollen die ersten von insgesamt 300 teilweise uralten Bäumen für den Umbau des Hauptbahnhofes gefällt werden. Die Gegner des Neubaus rufen über das Internet dazu auf, zum Schlossgarten zu kommen. Laut den Aktivisten versammeln sich mindestens 3000 bis 4000 Menschen zum Protest, die Polizei spricht von 1000 bis 2000. Auch in der Nacht blieben Tausende Menschen im Schlossgarten.

Die Polizei setzt Wasserwerfer, Schlagstöcke und Pfefferspray ein, die Lage gerät immer weiter außer Kontrolle: Ein Sprecher der Parkschützer sagte zum harten Durchgreifen: „Es wurde kein Unterschied zwischen Jugendlichen und Erwachsenen gemacht. Das sind wirklich bürgerkriegsähnliche Zustände.“ Mindestens sechs Minderjährige sind unter den Verletzten.

Mehr als hundert Menschen hätten Augenreizungen oder -verletzungen erlitten, sagen die Sprecher der Demonstranten. Hinzu kämen etliche Prellungen, Platzwunden, Verletzungen an Bändern und andere Verletzungen. Die Polizei spricht von 116 Verletzten.”

http://www.sueddeutsche.de/politik/streit-um-hauptbahnhof-polizei-riegelt-stuttgart-gelaende-ab-1.1006593