Teleskopschlagstock

Im Unterschied zu normalen Schlagstöcken sind Teleskopschlagstöcke bis zu 100cm lang, erfassen einen größeren Bereich und können daher nur unkontrolliert eingesetzt werden. Eine Herstellerfirma bewirbt die Folgen: „Schläge gegen den Kopf können nicht nur schwere Schädelfrakturen nach sich ziehen, sondern auch subdurale Hämatome, die schwere Hirnverletzungen zur Folge haben.“

Liebig 14

15 Jahre zahlten die Bewohner der Liebigstraße 14 Miete. 2007 verkaufte die Stadt das Gebäude und den Mietern wurde aus vorgeschobenen Gründen fristlos gekündigt. Nach gerichtlichen Auseinandersetzungen wurde das Haus 2011 trotz großer Solidaritätsdemonstrationen geräumt.
Auch die Kritik des Bezirksbürgermeisters konnte die gewaltsame Räumung durch 2500 Polizisten nicht verhindern.
Die Kosten des Einsatzes wurden auf über 1 Mio. Euro beziffert.
Am 14. Februar 2013 wurde eine 5-köpfige Familie in Kreuzberg, die nach einer Mieterhöhung ihre Schulden 60 Tage zu spät beglichen hatte, gegen den Protest von ca. 1000 Menschen aus ihrer Wohnung zwangsgeräumt. Gegen die friedlichen Sitzblocklierer gingen hunderte Polizisten immer wieder mit Prügelattacken und Pfefferspray vor.

http://liebig14.blogsport.de/

Chemische Kampfstoffe

Bei CS-Gas (Tränengas) handelt es sich um einen von den Genfer Konventionen geächteten Kampfstoff – im Kriegsfall. In Deutschland wird es von der Polizei auch gegen die Zivilbevölkerung verwendet. Das Gas führt zu starkem Brennen, Stechen im Hals, in der Nase und in den Augen, bei hoher Konzentration auch zum Tod. Noch stärker ist das für die Polizei zur Abwehr von Tieren und Demonstranten zugelassene OC-Gas (Pfefferspray). In den USA führte es innerhalb von 5 Jahren zu mehr als 61 Todesfällen. Brennen auf der Haut, Reizung der Augen mit vorübergehender Erblindung, Krämpfe im Bereich des Oberkörpers und Atemnot gelten noch als harmlose Körperreaktion. Beide Gase werden durch Sprühgeräte, als Zumischung in Wasserwerfer und mithilfe von Wurfkörpern eingesetzt.

Hamburg (Geflüchtete, Flora, Gentrifizierung)

Im Kampf um die Deutungshoheit über umstrittene Einsätze gehören  gezielte Falschinformationen zur polizeilichen Strategie. Im Dezember 2013 verhinderte die Polizei in Hamburg eine Demonstration für Flüchtlingsrechte und soziale Stadtstruktur mit der Begründung, sie sei noch vor deren Beginn von TeilnehmerInnen der Demo attackiert worden. Die Aussage wurde im Nachhinein durch Videoaufnahmen der Lüge überführt, ebenso wie die Polizeimeldung
über einen Angriff auf eine Wache einige Tage darauf. Doch die mediale Übernahme ihrer Versionen führte zu einer der Polizei dienlichen Stimmung. Eine Diskussion über ihr Fehlverhalten fand nicht statt, stattdessen bekam die Polizei in der zum „Gefahrengebiet“ erklärten Innenstadt weitreichende Befugnisse und eine Finanzierungszusage des Senats über 10 Mio. Euro.

weiterführende Links:

http://florableibt.blogsport.de/
https://de.wikipedia.org/wiki/Demonstrationen_in_Hamburg_am_21._Dezember_2013

Presse:
„Gewalt ohne Vorwarnung“: http://www.taz.de/!129830/
http://www.metronaut.de/2013/12/hamburg-die-maer-der-angreifenden-demonstranten/

Zur Einseitigkeit der Berichterstattung:
http://www.publikative.org/2013/12/23/hh2112-die-polizei-die-medien-und-die-gewalt/

Gummigeschosse

Gummigeschosse kamen bisher hauptsächlich im Nahost- und im Nordirlandkonflikt zum Einsatz, werden aber von der französischen und spanischen Polizei auch gegen Demonstranten verwendet. Diese „nicht-tödlichen“ Geschosse haben schon mehrmals zum Tod und schweren Verletzungen geführt. Sie sind nur dann „nicht-tödlich“, wenn sie aus 30 Metern Entfernung auf Kniehöhe abgefeuert werden. Die Deutsche Polizeigewerkschaft fordert seit längerem den Einsatz von Gummigeschossen, während sie im Kosovo vom Leiter der UN-Polizeitruppen nach dem Tod zweier Demonstranten wieder verboten wurden.

Wasserwerfer

Wasserwerfer gehören zur Standardausrüstung der deutschen Polizei, obwohl ihre Wirkung als nicht beherrschbar gilt. Das präzise Zielen auf einzelne Personen ist nicht möglich, die Wirkung dafür umso verheerender. Moderne Wasserwerfer können problemlos Windschutzscheiben zerschießen, bei Menschen führen sie zu Augen- und Ohrenverletzungen, Blutergüssen bis hin zu Rippenbrüchen. Für den Medizinprofessor Weidle steht fest, dass Wasserwerfer „eine gefährliche Waffe sind, die ein  hohes Verletzungsrisiko für den Kopfbereich und insbesondere die Augen bergen“. Aufgrund ihrer martialischen Erscheinung können Wasserwerfer, die vor allem gegen große Menschenmengen eingesetzt werden, Massenpaniken auslösen.